Der Kugelmüller

vom Teufelsgraben in Seeham


Geologische Wanderung mit

Paul Herbst

14. August 2015


Zu einer geologischen Wanderung im Teufelsgraben am Osthang des Haunsbergs im Gemeindegebiet von Seeham hatten Claudia und Walter Lämmermeyer von der Engelalm in Oberndorf eingeladen. Auf einer Messe hatten sie den Geologen und "Kugelmüller" Paul Herbst aus Seekirchen kennengelernt, der seit einiger Zeit die Kugelmühle im Teufelsgraben betreibt und die dort aus heimischem Gestein geschliffenen Kugeln als regionale Steinkunstwerke auch zum Verkauf anbietet.

Kompetent und lebendig hat uns Paul in die grundlegenden Eigenschaften der heimischen Geologie erklärt, bevor wir mutig in den Teufelsgraben abgestiegen sind, um dort vor Ort die geologischen Besonderheiten dieses alten Kultgrabens zu erkunden.

Der abschließende Besuch in der Kugelmühle, wo aufgrund des heißen Sommers leider grade Stillstand herrschte, durfte natürlich auch nicht fehlen. Der gemütliche Ausklang in der Röhrmoosmühle im Graben wurde zwar etwas stürmischer und damit für mich kürzer als gedacht, doch dafür bereichern nun zwei glänzend schöne Steinkugeln aus dem Gestein des Teufelsgrabens und aus dem Wiestal meine rituelle Sammlung an Besonderheiten aus der Heimat.




Claudia begrüßt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und erzählt darüber, wie es zur Begegnung mit Paul Herbst gekommen ist.





Von Rundherum und sogar aus Regensburg und dem Waldviertel sind die interessierten Menschen gekommen.





Der Kugelmüller Paul Herbst arbeitet im Brotberuf als Geologe.





Anhand dieser Karte erklärt Paul uns die verschiedenen Gesteinsschichten in der Region.





Die Würmeiszeit hat die Landschaft des Flachgaus maßgeblich geprägt.





Im Graben zeigt Paul uns die verschiedenen Gesteine vor Ort.





Ob nun Flyschgestein oder doch ein Oberalmer Kalk, schön sind sie alle auf ihre Art und Weise.





Typisch für den Teufelsgraben ist der Nummuliten-Sandstein mit seiner bräunlich-roten Farbe und den versteinerten Einschlüssen. Da ich diesen bei der Führung nicht fotografiert hab, hier ein Foto von Paul mit diesem Sandstein. Der graue Stein links ist Lithotamnienkalk.





Der sonst vierstrahlige Wasserfall ist momentan in seiner reduzierten Variante zu erleben. Das Gestein des Wasserfalls ist aus grauem Kalkstein, dieser hat eine höhere Dichte mit weniger Erosion und darum konnte sich der Wasserfall in der Form hier entwickeln.





Paul in seinem "kugeligen" Reich, in dem er "antizyklisch" lebt, denn: "Regen ist gut für die Kugelmühle"





Hier entstehen die Steinkugeln, so wie dies hier im Teufelsgraben seit Jahrhunderten Tradition hat. Fünf Kugelmühlen gab es früher in diesem Gebiet.





Bis 1797 gab es eine Kugelmühle an diesem Standort. 1982 - 1984 wurde die neue Kugelmühle errichtet, bei der Einweihung dieser war ich damals auch dabei, weil da natürlich die Seehamer Blasmusik nicht fehlen durfte, bei der mein Vater viele Jahre Horn gespielt hat.





Zwei dieser schönen, großen Kugeln durften mich heimbegleiten und eine kleine bekamen wir als Geschenk dazu. Die Kugeln gibt es beim Kugelmüller Paul Herbst zu kaufen. Ebenso sind sie in der Röhrmoosmühle und im Informationsbüro in Seeham erhältlich. Auch in der Engelalm in Oberndorf gibt es die Kugeln von Paul Herbst zu kaufen, dort auch in Form von heimischen Räucherstäbchenhaltern.



Links zur neuen Kugelmühlen-Homepage und zum Kugelmüller vom Teufelsgraben:

www.kugelmuehle.at

www.teufelsgraben.at