One Billion Rising


Steht auf! Streikt! Tanzt!


Weltweit tanzten am 14. Februar Mädchen und Jungs, Frauen und Männer für ein selbstbestimmtes Leben von Frauen und Mädchen – frei von jeglicher Gewalt!

Auch Salzburg setzte ein Zeichen und hunderte Frauen, Kinder und Männer tanzten am Valentinstag von der Linzergasse über die Staatsbrücke, den Hanuschplatz auf den Anton-Neumayr-Platz!

Die verbindende Energie dieser weltweiten Aktion, die von Eve Ensler (Autorin von „Vagina Monologe“) initiiert wurde, erfasste Salzburg voll und ganz! Es war ein wunderbar kraftvolles Feld, in dem wir durch die Gassen und über die Straßen der ehrwürdigen Altstadt von Salzburg gezogen sind. Noch immer bin ich „high“ von dieser mächtigen Frauenkraft, die sich durch diese Aktion neu aufgebaut hat und nun in einem weltweiten Netz ihre Wirkung weiter entfalten wird.




Das Frauenbüro der Stadt Salzburg und „make it“, das Büro für Mädchenförderung des Landes Salzburg hatten diese globale Solidaritätskundgebung gemeinsam mit vielen anderen Frauenorganisationen hier in Salzburg organisiert und es zeigte sich etwas sehr deutlich: wenn Frauen gemeinsam an einem Strang ziehen, dann wird was Gscheites draus!






Freudig überrascht war ich von der Menge an TeilnehmerInnen, die sich hier in Salzburg zu dieser friedlichen Revolution eingefunden hatten. Und noch etwas war überraschend für mich: „die Göttin“ hat endlich auch wieder Einzug in die politischen Frauenkreise gehalten! In ihrem grünen Frühlingskleide begrüßte sie TeilnehmerInnen und blickte wissend auf den laufenden Schlußverkauf der ausgedienten Männermacht.





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Wenn wir nun die Göttin nicht nur in uns selbst, sondern auch in ihrer angestammten Salzburger Heimat an all ihren alten, heiligen Plätzen wieder erwecken, dann tanzen wir bald auch wieder am Nonnberg und im Dom und in St. Peter und überall dort, wo Frauen Jahrtausende lang zu Ehren der Großen Göttin getanzt und gefeiert haben.







Die weibliche Kraft wird sich dann überall wieder entfalten und niemand mehr wird für das Vaterland sterben, sondern alle Menschen werden friedlich, glücklich und in der Verbindung mit allen Wesen im neu erwachenden Mutterland leben…







Doch momentan sind wir auch hier in Salzburg noch nicht ganz so weit gekommen und noch brauchte es die tatkräftige Unterstützung von zwei Polizeiautos, damit wir nach unserem Tanz am Platzl auf die Staatsbrücke schreiten konnten.







Es war ein erhebendes und Mut machendes Zeichen, erleben zu dürfen, wie der abendliche Berufsverkehr angehalten wurde, um den Frauen endlich wieder den "sicheren Raum" für Tanz und Lebensfreude zu geben.







Unsere Djane heizte die Stimmung mit heißen Rhythmen aus aller Welt so richtig hoch und diese Valentinstag wurde hier in Salzburgs Altstadt wahrlich zu einer „heißen Gschicht“.





(Foto: Verena Aziz)



Mit freudigem Herzen blickte die Weiße Frau von der Festung herab und spürte, daß alles gut werden wird. Ihr „goldenes Zeitalter“ kehrt mit Frauentanz und fröhlicher Musik hierher an den Fuße des Untersberges zurück und nicht mit einer blutigen Schlacht, wie jene Geschichtsschreiber lange Zeit behauptet haben, deren Zeitalter sie gerade selbst dabei sind „auszuverkaufen“.







Solch fröhlich-lebendige Zusammenkünfte soll es hier in Salzburg nun viel öfter geben! Nicht mehr Konsum und Umsatzzahlen sollen den Wert der Salzburger Altstadt bestimmen, sondern die Stunden, in denen dort gemeinsam gelacht, gesungen, getanzt und gefeiert wurde. Damit wir ganz, ganz bald nicht mehr „gegen Gewalt an Frauen“ auf die Straße gehen müssen!







Dort, wo einst der Wilde Mann daheim war und gemeinsam mit der Salzach, der mächtigen Flussgöttin den Menschen Jahr für Jahr neues Leben und Fruchtbarkeit schenkte, dort sammelte sich nun unser pulsierender Lebensstrom voller ausgelassener und singender Menschenleiber zu einer weiteren Vorstellung dessen, wie eine friedliche Welt wieder entstehen kann.







Auch der Mönchsberg zeigte sich hocherfreut, daß ihm zu Füssen endlich wieder die Frauen tanzten, sangen und ausgelassen feierten. Und die alte Bäringöttin mit ihren Ursulinen ist früher als geplant aus ihrem Winterschlaf erwacht, um das ausgelassene Treiben auf ihren früheren, heiligen Plätzen miterleben zu können.






Maria war die Sicht durch ein Baugerüst rund um ihre alte Quelle leider etwas verstellt gewesen. Doch als Himmelsgöttin im christlichen Mäntelchen fand auch sie Mittel und Wege, um die anwesenden Frauen, Kinder und Männer unter ihren schützenden, mütterlichen Mantel aufzunehmen. Mit machtvoller Stimme rief sie uns zu: „Frauen, tanzt! Vor allem: Tanzt aus der Reihe!“






Voller Dankbarkeit und hoffnungsvoll auf den vor uns liegenden Frauenweg blickend, machten wir Beide uns, eingehüllt in pulsierende Frauenkraft und verbunden mit einer Vielzahl an mutigen Frauenherzen auf der ganzen Welt, auf den Heimweg. Der Göttin sei Dank für all die engagierten Frauen, die ONE BILLION RISING weltweit möglich gemacht haben! Unsere Küsse und unsere Liebe begleiten Euch...








Hier unser Video von ONE BILLION RISING ins Salzburg, denn mit Musik wirkt das alles noch viel lebendiger:

LINK youtube




Noch viel gäbe es zu erzählen über dieses wunderbare und so wichtige Ereignis, welches mich von Neuem Kraft und Mut schöpfen hat lassen für mein Engagement und meine Arbeit für Mutter Erde und eine neu entstehende „Gesellschaft in Balance“. Doch ich möchte mit einer Botschaft enden, die mich heute Morgen aus München erreicht hat und mich seither ganz tief berührt.

Martin hat einen offenen Brief geschrieben an die Frauen von ONE BILLION RISING in München. Dank Sabine Mairiedl geht diese schöne, feinfühlige Botschaft von Martin nun hinaus in die Welt, wo seine Worte die Herzen und Seelen vieler, vieler Männer erreichen mögen, denn: „Es liegt an uns, ob die Welt ein besserer Ort zum Leben ist, wenn wir diese Haut verlassen!“


Offener Brief von Martin:

Brüder, Väter, Großväter, Söhne, es geht uns alle an!

Wir sind alle betroffen von sexuellen Übergriffen und Gewalt gegen Frauen.

Nahezu jede Frau ist schon im Vorübergehen angegrabscht worden, jede dritte hat von Männern massive Gewalt bis zur Vergewaltigung erfahren.
Und wird es weiter erfahren, wenn wir es nicht ändern.

Eins – zwei – DU – eins – zwei – DU – … Meine Frau – meine Tochter – DU – meine Schwester – meine Mutter – DU – meine Freundin – meine Großmutter – DU -

Und meine Enkelin? Meine Ur-Enkelin? Die auch noch?

Wie schauen diese Frauen auf mich – Mann – uns – Männer – Väter – Großväter?

Wie sollen sie uns trauen und uns in aller Tiefe willkommen heißen, wenn wir nicht aufstehen für ein Ende der Gewalt gegen Frauen?

Wenn wir nicht feine Antennen bekommen für den Ungeist in uns, der Männer dazu bringt, Frauen und Mädchen zu demütigen, herab zu würdigen, zu unterdrücken bis hin zu roher Gewalt – weil sie Frauen sind?

Wenn wir uns nicht unseren Brüdern in den Weg stellen, die sich verirrt haben in den Ideologien der Macht der Männer über die Frauen – weil sie den Zugang nicht gefunden und nicht gezeigt bekommen haben zum Wunder des Weiblichen, das uns in jeder Frau berührt und anzieht?

Wenn wir nicht lernen, die Hilflosigkeit auszuhalten, in die uns das
Mysterium dieser ganz Anderen stürzt, und mit all unserer Macht, unserer Kraft, unserem Geist und unserer Liebe das Leben und die, durch die das Leben immer wieder geboren wird,
zu schützen und zu stärken?

Es ist an uns, die zu sein, auf die wir gewartet haben!

Es liegt an uns, ob die Welt ein besserer Ort zum Leben ist, wenn wir diese Haut verlassen!

Und es ist Zeit!

Von Herzen

Martin