Dorfgasteiner Thementage "Pracht in Tracht"

Unsa bäurisch G'wand

Manuela Schwaiger-Hofmeister

28. August 2015, Volksschule Dorfgastein


Manuela und ich haben zwei Jahre lang gemeinsam die "Schulbank" des ABI Salzburg in St. Virgil gedrückt, um uns zu Dipl. ErwachsenenbildnerInnen ausbilden zu lassen. Manuela hat das Thema "Tracht" für ihren Diplomauftritt ausgewählt. Als sie uns ihr Thema und ihren intensiven, persönlichen Bezug dazu im Rahmen der Sommerwoche in Burghausen vorgestellt hat, da spürte ich die Verbindung zu diesem Thema "Tracht" zwischen uns.

Denn ich forsche nach der alten, weiblichen Symbolik in unseren heimischen Trachten. Die Schürze als Symbol der weiblich-fruchtbaren Schoßes, als Symbol des Erdenschoßes in den Gestalten der weiblichen Heiligen. Weiß-Rot-Schwarz als immer wiederkehrende Farbkombination in den Trachten. So Einiges hab ich schon entdeckt und mein Wissensschatz über die alte Symbolik in den Trachten ist wieder gewachsen durch den Vortrag und die Ausstellung von Manuela.

Und somit spinnen und weben wir weiter am Frauennetzwerk und vielleicht soll daraus ein gemeinsamer Vortrag zur alten Frauensymbolik in den Trachten entstehen, wir lassen uns überraschen und informieren Euch, wenn es soweit ist.





Hier geht's zur Austellung der Trachten des Gasteinertals.





Aus dem Turnsaal der Volksschule Dorfgastein wurde eine anschaulich gestaltete Trachtenausstellung mit vielen interessanten Informationen.





Das für unsere Heimat so typische "Miedergwand" in weiß-rot-schwarz.





Das "Mieder" symbolisiert die Mutter, vor allem den nährenden Aspekt der weiblichen Brust.





So vielfältig sind die Gesichter der heimischen Trachten.





Tracht zeigt, woher wir kommen...





Hochzeitstrachten aus den verschiedenen Jahrzehnten mit Fotos der Brautpaare aus dem Gasteinertal stellten den persönlichen Bezug zwischen Tracht und Trägerin her.





Verziert und geschmückt in liebevollen Details.





Ein Bild aus der neuen Trachtenmappe des Salzburger Heimatwerks: das gängige Schönheitsideal macht leider auch vor den Trachten nicht Halt. "Trachten für Barbiefrauen" war mein erster Gedanke, als ich diese Zeichnungen gesehen hab.




Gesichts- und farblos werden die Frauen in der neuen Trachtenmappe präsentiert, Wespentaille und überlange Beine inklusive. Ob sich tatkräftige Frauen und gstandene Bäuerinnen in diesen "Weibchen-Zeichnungen" wiederfinden mögen?





Eine verheiratete Frau trägt die Masche rechts gebunden.





Diese "Brücke" über die Ländergrenzen hinweg waren seit Jahrhunderten die Flüsse.





Der Pongauer Überrock kommt ursprünglich aus dem Unterinntal.





"Überrock als Lebensgewand": von der Hochzeit bis zum eigenen Begräbnis begleitete der Überrock die Frauen durch alle festlichen Ereignisse.





Über dem Bauch endend gibt der Überrock Platz für die Schwangerschaften der Frauen.





Nach Ende der Kleiderordnung durften auch Bäuerinnen wieder Rüschen, Bordüren und Perlenstickerei tragen.





Der Hut zum Überrock - je mehr Goldstickerei innen desto "reicher" die Trägerin.





Wissenswertes und Interessantes zu den Trachten Innergebirg von Manuela Schwaiger-Hofmeister.





Ein Blick auf die Defintion der Tracht.





In der "Kuenberg-Sammlung" wurden Zeichnungen der Trachten aus früheren Zeiten festgehalten.





Die Tracht folgt Wellenbewegungen, aktuell befinden wir uns im Wellental oben, Trachten sind sehr gefragt.





Manuela zeigt uns die Pongauer Festtracht mit der als "brennade Liab" bezeichneten Bordürenstickerei.





Kunstwerke aus Nadel und Faden und ganz viel Liebe und Geduld für dieses Tun.





Tradition und Sitte im Frauenleben am Land.





Gasteiner Männerhut mit "Gamsradl", was es wohl bedeutet hat für die früheren Menschen?





Manuela präsentiert uns die "Bettzeugschürze" ihrer Pongauer Werktagstracht und wir bedanken uns ganz herzlich für den bereichernden und informativen Vortrag.